Tag 11: Alles umsonst!

14. Juni 2011. 10:23 Uhr. Am Bahnhof Athen/ Im Zug nach Thessaloniki.

Akropolis

Akropolis

Gestern hieß es sehr früh aufstehen, damit wir noch vor der ersten großen Besucherwelle zur Akropolis kommen. Tja, als wir dort um 09:50 Uhr ankamen war es dafür leider schon zu spät. Wir hatten am Tag zuvor schon herausgefunden, dass Studenten freien Eintritt haben. An einem Tag, an dem in fast allen Sehenswürdigkeiten der Eintritt frei ist, bringt einem das bloß keinen Vorteil. Egal, so musste man wenigstens nicht Schlange stehen. Das Gelände war schon randvoll mit Touristen und so mussten wir uns immer und überall durchdrängeln und sind jetzt wohl auf einigen Erinnerungsfotos anderer Touris zu entdecken.

Die Gebäude werden leider gerade restauriert und sind deshalb eingerüstet. Ein Schild verkündete allerdings stolz, dass die Arbeiten 2004 abgeschlossen werden (sollten). Trotzdem war es sehr beeindruckend, diese alten Gebäude zu sehen, auch wenn es mich etwas irritierte, dass ich die dorischen und ionischen Säulen erkannt habe. (Sollte ich im Kunstunterricht tatsächlich etwas gelernt haben?) Zum Schluss mussten wir doch noch Schlange stehen und zwar, um wieder das Gelände verlassen zu können, das jetzt restlos überfüllt war. Mittlerweile war auch schon der Eingang geschlossen worden.

Dyonissos-Theater

Dyonissos-Theater

Nachdem wir uns vom Menschenstrom von der Akropolis haben tragen lassen, gingen wir ins Dyonissos-Theater, der Geburtsstätte des antiken Theaters. Auch sehr interessant, zumal viele Teile von Statuen aufgestellt waren, die im Originalzustand mehrere Meter hoch gewesen sein mussten. Nachdem wir im Zuschauerbereich Platz genommen hatten, schauten wir uns das Theaterstück an: Reisegruppen mit meist spanischen Touristen. Eine Komödie!

Anschließend ging es zum „Temple of Olympian Zeus“, wo der Eintritt – genau wie im Dyonissos-Theater – für alle kostenlos war. Hier gab es ein paar beeindruckende korinthische Säulen und einen tollen Blick zur Akropolis hinauf. Unvorstellbar, wie mit den damaligen Mitteln die ganzen Baumaterialien auf den Berg hinaufgebracht wurden, um die anschließend zu einem solchen Tempel zusammenzusetzen, der nun schon zweieinhalb Jahrtausende überlebt hat.

Panathenaikon-Stadion

Panathenaikon-Stadion

Unser nächstes Ziel war das Panathenaikon-Stadion, ein großes hufeisenförmiges Stadion, das komplett aus Marmor besteht. Man sieht ihm das Fassungsvermögen von 68.000 Zuschauern gar nicht an. Interessant ist auch, dass das Ding viele Jahrhunderte genutzt wurde, verfiel und man den Marmor abgetragen hat, um daraus Wohnhäuser zu bauen. Erst im 19. Jahrhundert wurde das Stadion teilweise mit Originalteilen, die ausgegraben wurden, wieder aufgebaut. Hier haben wir auch gelernt, wo der Begriff „Stadion“ herkommt: In der Antike waren alle Sportstätten etwa gleich groß und eine Runde hatte etwa 185 Meter. Diese Maßeinheit nannte man Stadion und irgendwann übernahm man diesen Namen für die komplette Sportstätte. Hier wurde übrigens der Besucherweltrekord bei einem Basketballspiel (!) aufgestellt: ausverkauft, 68.000 Zuschauer unter freiem Himmel. Man sieht, so ein kostenloser Audio-Guide bringt doch etwas. Während unseres Besuchs wurde im Inneren (auf dem Spielfeld) eine riesige Theaterbühne aufgebaut.

Olympiakos Piräus

Olympiakos Piräus

Nach der Stadionführung ging es zum Zappeion-Tempel und den Nationalgärten. Da wir danach mit den Sehenswürdigkeiten durch waren, die wir mitnehmen wollten, entschlossen wir uns, nach Piräus zu fahren. Das war auch nur 20 Minuten mit der Metro entfernt. An der letzten Haltestelle vor Piräus stiegen wir spontan aus, weil hier das Stadion von Olympiakos Piräus zu sehen war. Ein sehr großer und moderner Fußballtempel mit wenig Charme. Die örtliche Szene ist hier an Gate 7 beheimatet, was man aufgrund der Graffitis schnell erkennt. Auf einem Gedenkstein am Stadion war dann der Grund zu erkennen: an diesem Gate sind 1981 bei einem Spiel gegen AEK Athen anscheinend viele Menschen gestorben. Ein interessantes Detail: an diesem Stadion gibt es kein Gate 13.

Wir fuhren ziemlich schnell weiter nach Piräus, weil kein Reinkommen in dieses Stadion war. In Piräus angekommen, gab es erstmal eine Stärkung (Souflaki) und danach ging es ans Wasser.

Piräus

Piräus

Wir hatten eigentlich erwartet, dass es dort ein bisschen schöner ist und dass man gemütlich Schiffe gucken kann. Das war leider nicht der Fall; der Hafen und dessen Umfeld sind sehr hässlich. Auch hier waren mal wieder (wie an vielen anderen Touristenorten) viele Inder unterwegs, die Sonnenbrillen, Uhren und Schwabbelschleim verkauften, der die Form von Tomaten hat und diese wieder annimmt, nachdem er verformt wurde. Wir haben nicht einen Touristen gesehen, der das Zeug gekauft hat.

Wir aßen dann noch ein Eis und machten uns auf den Weg zurück ins Hotel. Dort musste ich feststellen, dass es ziemlich blöd war,  morgens das Sonnenöl zu vergessen. Im Dunkeln hätte ich wahrscheinlich rot  geleuchtet. Aber wenigstens hatten wir den ganzen Tag unseren Vier-Euro-Regenschirm dabei.

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