Tag 16: Tạm biệt, Vietnam!

1. Juli 2012. 22:31 Uhr. Zimmer 207, Town View Hotel. Phnom Penh, Kambodscha.

Am Südchinesischen Meer

Am Südchinesischen Meer

Heute hieß es Abschied nehmen von Vietnam. Schade, weil es so ein wunderbares Land ist. Wir sind wirklich gern dort gewesen und können jedem empfehlen, es uns nachzutun und auch mal dorthin zu reisen. Wer das macht, sollte sich aber im Klaren darüber sein, dass Vietnam ein Entwicklungsland ist und hier keinerlei europäische Standards gelten. Ähnlich wie die Vietnamesen muss man hier etwas schmerzfrei sein, ruhig bleiben und das Beste draus machen, wenn mal was schief geht. Und das wird es!

Außerdem sollte man in Sachen Hygiene und Sauberkeit hin und wieder das eine oder andere Auge zudrücken können und über manche Krabbeltiere hinwegsehen. (Wie kommen eigentlich Ameisen auf das Fensterbrett im 12. Stock?) Ich persönlich finde es auch ganz witzig, wenn an den beleuchteten Wänden nachts Geckos sitzen, solange sie mir nicht ins Essen oder auf die Beine fallen.

Dafür hat Vietnam natürlich auch einiges zu bieten: wunderschöne Natur, tolle Strände, alte Städte und Tempel, gastfreundliche Menschen, eine tolle Küche und immer ein Lächeln auf den Lippen. Obwohl es niemals irgendwo leise ist, sind die Leute entspannt und vor allem im Verkehr, in dem es daheim Mord und Totschlag geben würde, gibt es keinen Streit oder überhaupt Aufregung.

Was bleibt daneben noch in Erinnerung?

  • Es ist unmöglich, Kleidung zu kaufen, die keine „Marke“ hat. Irgendein bekannter Schriftzug oder Apfel ist überall drauf. Unser Highlight waren Nike-Apple-Flip-Flops mit dem Apfel und dem Swoosh nebeneinander.
  • Es sind keinerlei Kabel unter der Erde verlegt.

    Kabelsalat

    Kabelsalat

  • Außerdem tragen viele Vietnamesen den ganzen Tag Latschen, die ihnen oft zu groß sind. Daher hört neben dem steten Hupen auf der Straße auch immer ein Hintergrundschlurfen.
  • Die Vietnamesen sind verrückt nach Fußball. Immer, wenn wir auf die Frage nach unserer Herkunft „Germany“ geantwortet haben, wussten alle Bescheid, wie Deutschland in der letzten Nacht gespielt hatte. An vielen Läden und Restaurants hängen Ergebnisposter der EM, die begeistert ausgefüllt werden. Wir konnten uns an diesen Postern aber leider nicht über die Ergebnisse von der vergangenen Nacht informieren, weil sich die Ländernamen auf Vietnamesisch schon ziemlich von den deutschen oder englischen unterscheiden.
  • Es gibt hier frisches Obst an allen Ecken und in jedem Restaurant. Vor allem Ananas, Bananen und Dragon Fruit sind beliebt.
  • Die Franzosen haben während der Kolonialzeit eine ganze Menge mit ins Land gebracht: Knoblauch, die lateinische Schrift, Pasteur, Architektur und Kunst. Aber sie haben einfach den Käse vergessen! Ein riesiger Faux-Pas.
  • Ho Chi Minh ist überall. Wirklich.

    Moped-Gepäckträger

    Moped-Gepäckträger

  • Je weiter man nach Süden kommt, desto westlicher wird es. Klingt komisch, ist aber so!
  • Es gibt überall Propaganda- und Infoplakate über das Verhalten im Straßenverkehr und andere Themen. Da wir kein Vietnamesisch können, können wir nur ahnen, dass es um den Kommunismus im allgemeinen und Staatsbürgerkunde im Speziellen geht.
  • Man kann ALLES auf einem Moped transportieren. Alles.
  • Zwanzig Zentimeter hohe Plastikhocker und -stühle sind hier die beliebtesten Sitzmöbel. Sie stehen an allen Straßen, Läden und in vielen Restaurants. Und wer keinen Hocker hat, hockt sich halt selbst hin.
  • Bürgersteige dienen ausschließlich als Parkplätze für die Mopeds.

Mittlerweile sind wir in Phnom Penh („Penom Pen“), der Hauptstadt Kambodschas, angekommen. Die Fahrt hierher erfolgte in einem öffentlichen Bus, der uns nahe des Hotels abholte. Der Grenzübergang verlief problemlos, wenn auch kurios. Zuerst mussten wir aus Vietnam ausreisen. Unser Busfahrer hatte alle Pässe eingesammelt und in dem Grenzhäuschen abgegeben. Hier gab es nun mehrere Schalter und eine ganze Menge Leute, die sich davor versammelt hatten und warteten. Es galt aber nicht das Prinzip „Wer zuerst kommt, mahlt zuerst“, sondern das allseits beliebte Zufallsprinzip. Wessen Los bzw. Reisepass gezogen wurde, wurde vom Grenzbeamten aufgerufen. Wer Glück hat, war schnell durch und wer nicht, wartete halt länger.

Die Einreise nach Kambodscha erfolgte ein paar Meter weiter im nächsten Grenzgebäude. Hier war leider gerade der Strom ausgefallen, weshalb das obligatorische Foto und die Abnahme der Fingerabdrücke entfielen – strenge Einreisekontrollen, die aber durch einen Stromausfall mal eben außer Kraft gesetzt werden. So einfach kann es sein. Die ganze Grenzüberquerung dauerte 75 Minuten für den gesamten Bus. Die Zeit war okay. Sarah, unsere Tour Leaderin, warnte uns aber schon, dass das Ganze an der Grenze zu Thailand länger dauern wird und die Ausstattung dort (noch) weniger modern sein würde. Wir sind gespannt.

Phnom Penh

Phnom Penh

Erste Eindrücke von Kambodscha und Phnom Penh: die ländlichen Gegenden wirken ärmer als in Vietnam während die Stadt auf den ersten Blick wohlhabender scheint. In Phnom Penh gibt es noch mehr westliche Geschäfte als in Saigon. Auch findet man hier mehr Werbung, größere Gebäude und große Autos. Dadurch, dass es insgesamt mehr Autos als Mopeds gibt, wird weniger gehupt und die Stadt wirkt gleich viel ruhiger. Beim Straßeüberqueren ist aber größere Vorsicht geboten, weil die Autos nicht so einfach ausweichen können wie die Mopeds.

Heute Abend waren wir in einem Restaurant, das von ehemaligen Straßenkindern betrieben wird und als Ausbildungsbetrieb dient. Es gab eine Auswahl an Tapas: Hähnchencurry, Hähnchen mit Mango und Cashewnüssen, Zucchini-Käse-Bouletten und Shrimps im Teig.

In Kambodscha wird übrigens in US-Dollar bezahlt, nur Wechselgeld unter einem Dollar gibt es in Riel. Aus den Geldautomaten kommen auch nur Dollar-Scheine.

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