Tag 18: Essen bei der pinkelnden Frau

20. Juni 2011. 22:34 Uhr. Zimmer 1 Villa Sigurata, Dubrovnik, Kroatien.

Ausblick beim Abendbrot

Ausblick beim Abendbrot

Gestern Abend waren wir zum Essen in einem Restaurant am Wasser, von dem aus wir einen tollen Blick auf die Bucht hatten. Die Tische standen keine fünf Meter vom Wasser entfernt und im Hintergrund ist die Sonne hinter den Bergen untergegangen. Das war ein Traum.

Unser Restaurant machte ein wenig auf nobel, die Kellner wirkten dabei aber eher unsicher. Was jedoch echt nervig war, aber in Montenegro üblich zu sein scheint, war, dass die Kellner immer im Vorbeigehen das Wasser nachgefüllt haben. Da auch schneller nachgefüllt wurde, als ich getrunken habe, wurde mein Glas im Laufe des Abends immer voller. Anfangs war das Glas bis zum Eichstrich gefüllt, zum Schluss fast bis zum Rand.

Nachtisch

Nachtisch

Den Abend haben wir mit Rotwein, Käse und einem guten Hörbuch auf unserem Riesenbalkon ausklingen lassen. Unsere Weinflaschen hatten weder Korken noch Schraubverschluss, sondern einen Kronkorken.

Frühstück gab es heute Morgen für insgesamt fünf Euro – einerseits, weil sich der Hotelbesitzer verrechnet hat und andererseits, weil er auf zehn Euro nicht anders rausgeben konnte.

In Montenegro zahlt man übrigens mit Euro, obwohl das Land weder Mitglied der EU noch der Europäischen Währungsunion ist. Vor der Euro-Einführung hat Montenegro nämlich – ohne in Deutschland Bescheid zu sagen – die D-Mark eingeführt. Als Deutschland dann – ohne in Montenegro Bescheid zu sagen – den Euro eingeführt hat, musste Montenegro nachziehen, weil ja niemand mehr D-Mark hatte. Da Montenegro aber kein Mitglied der Währungsunion ist, darf es auch kein Geld drucken. Denn sonst könnte ja jeder damit anfangen. Daher ist das Geld hier schon etwas älter und das sieht man ihm auch an.

Nach dem Frühstück sind wir noch mal in die Altstadt gegangen. Dort bot sich ein komplett anderes Bild als gestern Abend. Die idyllische Ruhe des Vorabends war nun nicht mehr vorhanden. Es tummelten sich Touristen über Touristen, hauptsächlich Amerikaner. Danach wollten wir die Bucht in die andere Richtung erkunden, kehrten aber schnell wieder um, weil es dort nicht schön war. Wir gingen am Yachthafen vorbei und setzten uns auf einen kleinen Holzsteg, von dem aus man die Füße ins Wasser halten konnte.

Bucht von Kotor

Bucht von Kotor

Als es dann an der Zeit war, gingen wir zu Fuß zum Busbahnhof. Unser Bus heute war schon moderner und klimatisiert. Wir saßen auf der linken Seite und konnten den wunderbaren Blick auf die Bucht und später auf Dubrovnik genießen. Landschaftlich war die Fahrt ein absolutes Highlight. Von Kotor fuhren wir die ganze Zeit am Wasser entlang. Erst haben wir die Bucht quasi umrundet und dann ging es an Steilküsten an der bosnischen bzw. kroatischen Adria weiter. Überall klares Wasser, hübsche Städte, Sonne, Schiffe, Berge. Herrlich.

Weniger herrlich war allerdings die Fahrt selbst, denn der Fahrer musste irgendwie unter Termindruck gestanden haben. Überall hat er die Kurven geschnitten, gehupt und ist viel zu schnell gefahren. Alles ist möglich, Hauptsache man hat vorher gehupt.

Gasse in Dubrovnik

Gasse in Dubrovnik

Die Gesichtskontrolle an der kroatischen Grenze haben wir auf Anhieb bestanden. Bei den drei Türken, die mit im Bus saßen, war das schon etwas schwieriger. Die Grenzbeamtin machte den Eindruck, als hätte sie die drei direkt wieder weggeschickt. Das konnte sie ganz ohne Grund aber nicht und sie durften einreisen. Allerdings erst nachdem sie versicherten, dass sie nur einen Tag blieben und die Reservierung ihres Hotels vorzeigen konnten.

Nachdem wir noch einen wunderbaren Blick auf Dubrovnik genießen konnten, waren wir auch schon da. An der Ausstiegstür unseres Busses hatten sich bereits ca. zehn alte Frauen aufgestellt, die alle ihre tollen Zimmer in super Lage zum Spitzenpreis anboten. Auf unserem Weg zum Hotel wurden wir noch etwa zehnmal angesprochen.

Nachdem wir bei einer äußerst netten Dame Bustickets für unsere Weiterfahrt nach Ploce übermorgen gekauft hatten, fuhren wir mit dem Bus in die Altstadt und fanden unser Hotel auch sehr schnell. Die Inhaberin war eine nette Dame names Nikolina, die uns zu unserem Zimmer im Nebengebäude brachte. Das liegt in einer sehr engen Gasse und kann nur über etwa 60 Treppenstufen erreicht werden. Dafür ist es hier aber sehr hübsch. Nikolina zeichnete uns auf dem Stadtplan noch ein paar Restauranttips ein.

Hafen von Dubrovnik

Hafen von Dubrovnik

Eine Empfehlung von ihr probierten wir dann auch gleich am Abend aus. Das Restaurant trug den einladenden Namen „Lady Pi-Pi“, der sich auch schnell erklärte, als wir den „Springbrunnen“ vor dem Restaurant sahen. Es handelte sich dabei um eine nackte, breitbeinig sitzende Frau, die in ein Becken uriniert. Da Ganze war auch sehr detailliert dargestellt. Guten Appetit. Der Besuch des Restaurants hat sich kulinarisch aber richtig gelohnt.

Nach dem Essen gingen wir noch ein bisschen durch die Stadt und am alten Hafen spazieren. Die Stadt ist ein Traum. Sie liegt direkt am Wasser, hat einen kleinen Yachthafen, alle Häuser sind hell und stilmäßig gleich gestaltet, die Straßen sind stark bevölkert und an den Stadtmauern stehen Orangen- und Zitronenbäume. Wunderschön!

Nun sind wir mit Bier und Alster auf unserem Zimmer und machen uns einen gemütlichen Abend.

Ein Gedanke zu „Tag 18: Essen bei der pinkelnden Frau

  1. Pingback: 10 Bilder aus Dubrovnik | Zug nach irgendwo

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.