Tag 20: Viele Stadien und ein Ski-Gebiet am letzten Tag

06. Juli 2013. Almaty, Kasachstan.

Den letzten Tag unserer Reise wollten wir ganz gemütlich angehen. Das hieß vor allem: ausschlafen. Gegen 12:00 Uhr waren wir dennoch mit allem fertig und fragten die beiden Hotelbesitzer mal ein bisschen aus. Da es leider keine Touristen Information gibt und die Infos im Internet relativ dürftig sind (Es gibt viele Seiten, die Tipps geben, was man hier in der Umgebung besichtigen kann. Wie man dorthin kommt, verrät aber keine.), mussten die beiden herhalten. Wir wollten in die Berge fahren, am besten nach Medeu, weil es dort ein großes Eisstadion gibt. Gar kein Problem, der Bus mit der Nummer 6 fährt vom Hotel Kasachstan ab. Super, also ab dafür.

Dinamo Stadion

Dinamo Stadion

Auf dem Weg dorthin wollten wir noch an zwei Fußballstadien vorbei. Die beiden Vereine, die dort heimisch sind, sollten nämlich beide heute ein Heimspiel haben. Leider gab es dazu im Internet auch gegensätzliche Informationen, vor allem zum Spielort, der jeweils ein anderer sein sollte. Also mussten wir mal dort vorbei laufen, um vielleicht ein paar Informationen zu finden. Und weil auf dem Weg vom ersten zum zweiten Stadion laut Stadtplan noch ein weiteres lag, liefen wir dort natürlich auch vorbei.

Am ersten Stadion, von Dinamo Almaty, angekommen, stellten wir fest, dass hier heute sicherlich kein Spiel stattfinden würde. Es wurde zwar gerade ein Schlauch auf dem Rasen eingerollt, aber es gab weder irgendwelche Plakate noch einen anderen Hinweis auf ein Spiel. Stattdessen hingen viele Bilder vom Vereinsleben am Stadion, die nahelegten, dass es sich hier eher um einen Kampfsportverein handelte.

Das nächste Stadion stellte sich als Kunstrasenfeld mit zwei Tribünenreihen heraus, an dem es ebenfalls nichts zu sehen gab. Neben dem Feld waren lediglich zwei bis drei Personen mit Boxtraining beschäftigt.

ZSKA Almaty

ZSKA Almaty

Am Platz der Republik vorbei kamen wir dort an, wo sich das dritte Stadion befinden sollte. Zwischen zwei Plattenbauten lugte etwas wie ein Eingangstor hervor. Wir mussten an einer Garagensiedlung vorbei und kamen tatsächlich an ein Tor, hinter dem ein Schild mitteilte, dass sich dort das Sport Komitee des ZSKA Almaty befand. In einem kleinen Häuschen neben dem Tor gab es auch ein Drehkreuz.

Wir glaubten nicht, dass es sich um den Haupteingang zum Stadion handelte, da es auch hier keine Hinweise auf irgendwas gab. Also wieder zur Straße und ein Stück weiter laufen. Das Stadion befand sich dort schließlich auf jeden Fall. Wir hatten ja immer mal wieder einen Flutlichtmasten gesehen. Nur leider befand sich zwischen Straße und Stadion ein Wohngebiet, durch das es kein Durchkommen zum Stadion gab. Da kein weiterer Eingang zu finden war, beschlossen wir, einfach zu 17:30 Uhr nochmal wieder zu kommen. Um diese Uhrzeit sollte das Spiel angepfiffen werden. Und wenn man dann doch irgendwie ins Stadion kommen sollte, wollten wir einfach den Massen folgen.

Bus 6

Bus 6

Unser ursprünglicher Plan bestand allerdings weiter und so ging es zum Hotel Kasachstan. Wir sahen den Bus mit der Nummer 6 gerade noch abfahren, waren uns aber sicher, dass es bis zum nächsten Bus nicht so lange dauern sollte. Nach einer halben Stunde kam dieser dann auch schon. Das Gefährt war nach unserem Gefühl schon ziemlich voll, da kam der Graus eines jeden Zug- und Busreisenden: Fahrradfahrer.

Warum müssen die Platz in öffentlichen Verkehrsmitteln mit ihren privaten Verkehrsmitteln verschwenden? Die Dinger heißen doch schließlich FAHRräder und sind zum Fahren da! Egal, neun Stück davon passten noch rein. Dann mussten sich die anderen Passagiere eben ein bisschen dünn machen. Und was machten die Radfahrer, wenn sie oben waren? Richtig, sie ließen sich den Berg hinunterrollen. Arg.

Die Fahrt dauerte etwa eine halbe Stunde. Anfangs hielten wir noch an der einen oder anderen Haltestelle. Das wurde aber eingestellt, als der Bus endgültig voll war. Und als dem so war, kam die vollschlanke Kassiererin zu jedem Fahrgast und die trieb die 80 Tenge (0,40 Euro) ein. Dass die eine oder andere Person sich nicht mehr halten konnte, als sie vorbei kam, war dann eben so. Kollateralschäden lassen sich nicht vermeiden.

Medeu Stadion

Medeu Stadion

Oben angekommen schauten wir uns mit dem Medeu Stadion das vierte Stadion für heute an. Dieses lag relativ weit oben auf dem Berg und aufgrund der fehlenden Minusgrade wird hier im Sommer Fahrrad gefahren und auf der Springburg gehüpft.

Da es hier nicht so viel zu sehen gab wie gedacht, liefen wir zur Seilbahn, um damit ins Ski-Gebiet Chimbulak zu fahren, das auf etwa 2.000 Metern liegt.

Die Fahrt mit der Seilbahn dauerte sehr lange und unterwegs gab es neben den Bergen hauptsächlich gefällte und an Ort und Stelle liegengelassene Bäume zu sehen. Der Anblick war schon sehr traurig. Unter der Seilbahn war das Fällen der Bäume sicherlich noch nachvollziehbar. Aber warum das auf den Bergen im Umland auch so gemacht wurde, konnten wir nicht ganz verstehen. Warum fällt man die Bäume, um sie hinterher einfach dort liegen zu lassen?

Chimbulak

Chimbulak

Bei der Einfahrt in den Ort sahen wir viele Häuser, die auf den ersten Blick wie ganz gemütliche Hotels für die Skifahrer im Winter aussahen. Auf den zweiten Blick hatte aber keines dieser Häuser einen Namen oder sonst irgendein Schild. Das waren keine Hotels, sondern die Skihütten der reichen Kasachen, die nun mangels Schnee fast alle verwaist waren.

Oben angekommen, stellten wir fest, dass es hier auch nicht mehr zu sehen gab, nur zwei weitere Lifte, die weiter die Berge hinauffuhren.

Die Seite, auf der man einen Ausblick Richtung Almaty und ins Tal gehabt hätte, war leider mit Häusern zugestellt. So gab es für uns hier oben tatsächlich gar nichts zu sehen. Da wir aufgrund der Dauer der Fahrt nach Chimbulak nun auch nicht mehr das ominöse Fußballspiel schaffen würden, so es denn stattfand, haben wir heute nicht so viel gesehen. Schade, aber es kann ja nicht jeder Tag ein Hauptgewinn sein.

In Chimbulak

In Chimbulak

Wir fuhren also wieder mit der Seilbahn ins Tal, wo wir eine halbe Stunde auf den Bus warteten. Die Rechnung, dass dieser bestimmt nicht so voll wäre, weil die ganzen Fahrradfahrer ja runter rollen, ging leider nicht auf. Denn dafür waren umso mehr Leute ohne Fahrrad auf dem Weg nach Almaty. Wie diese gefühlten zweihundert Personen in den Bus passten, der sicher nur für fünfzig zugelassen ist, war uns ein Rätsel. Und an jeder Haltestelle wurden es mehr Leute, die alle irgendwie rein passten. Wir haben auf der Rückfahrt auch definitiv öfter gehalten als nach oben.

Wir kamen dennoch ohne Quetschungen und Rippenbrüche in Almaty an und liefen Richtung Hotel. In dem Supermarkt nebenan versorgten wir uns mit Abendbrot und stellten dabei fest, dass es dort viele weitere Produkte, neben dem Oettinger, aus Deutschland, mit deutscher Beschriftung gab. Diese trugen meist die Marken „Edeka“ oder „Gut und günstig“.

Jetzt gilt es noch, die Taschen so zu packen, dass wir sie irgendwie nach Hause bekommen und dann geht es morgen Früh um 3:30 Uhr über Kiew und Berlin nach Hamburg. So endet ein toller Urlaub, in dem wir nicht nur viel gesehen und erlebt, sondern auch ein paar tolle Länder in Zentralasien kennengelernt haben.

[Die Reise nach Hause haben wir auch ohne Probleme hinter uns gebracht, die Wäscheberge sind mittlerweile abgetragen und die Eindrücke verarbeitet.]

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