Tag 21: Bangkok in zweieinhalb Stunden

6. Juli 2012. 22:20 Uhr. Zimmer 309, Erawan House. Bangkok, Thailand.

Heute Morgen ging es pünktlich um 7:00 Uhr mit dem Bus los Richtung kambodschanisch-thailändische Grenze, die wir gegen 9:30 Uhr erreichten und damit noch vor dem großen Touristensturm ankamen. Es hieß dann für uns, raus aus Kambodscha und rein nach Thailand. Die Ausreise fand in einem kleinen Häuschen statt und war nach einer halben Stunde erledigt. Was lernen wir daraus? Man stellt sich immer an dem Schalter an, an dem der Fingerabdruckscanner kaputt ist. Dann kommt man auch zügig durch.

Grenzübergang

Grenzübergang

Es folgte ein kurzer Spaziergang zur nächsten Grenze. Draußen warten, drinnen warten, Stempel, fertig. Nach einer halben Stunde waren auch hier alle durch und wir konnten uns auf die Suche nach den Vans machen, die uns weiter nach Bangkok bringen sollten. Da der Grenzübergang ziemlich zeitaufwendig und für Fahrzeuge kompliziert ist, gibt es kaum Verbindungen, die über die Grenze gehen. Die meisten Agenturen bieten nur Busse zur Grenze bzw. von dort weg an.

Dass in Thailand Linksverkehr herrscht, haben wir schnell mitbekommen. Dass derjenige, der die Straßen geteert hat, betrunken gewesen sein musste, auch. Das störte unseren Fahrer aber nicht sonderlich und er bretterte durch. Wir nahmen jede Bodenwelle mit Vollgas mit. Dazu kam noch, dass er nicht besonders viel Talent im Bremsen hatte. Es wäre in diesem Auto wirklich angebracht gewesen, Helm und Knieschoner zu tragen.

Wir mussten unterwegs zweimal halten, um zu tanken. Der Tankdeckel war übrigens nicht an der Seite des Fahrzeuges angebracht, sondern unter der Motorhaube. Es scheint hier aber vollkommen normal zu sein, denn alle tanken hier so. Außerdem bleibt es rätselhaft, wie groß der Tank von so einem Kleinbus im Verhältnis zum Verbrauch ist. Denn auf 270 Kilometern zweimal für jeweils 15 Minuten zu tanken, ist schon stark.

An der Riesenschaukel

An der Riesenschaukel

Gegen 15:30 Uhr erreichten wir unser Hotel und trennten uns von unserer Gruppe. Da wir im Gegensatz zu den anderen morgen schon nach Hause fliegen, mussten wir heute ein bisschen Gas geben, um Bangkok zu sehen. Wir verliefen uns ein paarmal, weil Stadtplan und Stadt teilweise nicht zusammen passten und Straßennamen in beiden nicht in einem Maße vorhanden waren, mit dem wir etwas hätten anfangen zu können. Wir haben aber dennoch alles in zweieinhalb Stunden geschafft, was man in Bangkok gesehen haben muss: den Königspalast, das Nationaltheater, ein paar Wats (Tempel) und die Riesenschaukel.

Außerdem haben wir noch einen Markt gefunden, auf dem hauptsächlich solche Filme verkauft wurden, bei denen am Ende alle miteinander heiraten. Nebenbei sahen wir noch eine Elektrostraße, ein Buddhafachgeschäft und einen Mönchbedarfsladen.

Bangkok ist eine riesige Millionenstadt und daher nicht wirklich schön anzusehen. Überall stehen wenig ansehnliche Hoch- und Wohnhäuser, es ist dreckig, es stink und der Verkehr ist viel weniger entspannt als in anderen Städten unserer Reise. Außerdem ist es schwierig, sich hier zurecht zu finden. Denis hat es folgendermaßen auf den Punkt gebracht: „Wie kann man nur so unübersichtlich sein?“.

Patpong

Patpong

Nachdem wir alles gesehen und unseren Weg zurück zum Hotel gefunden hatten, ging es auch schon mit der Gruppe zum Abendbrot. Wir waren in einem kleinen Restaurant neben der – wie sich später herausstellen sollte – großen Schwester der Reeperbahn und hatten Garnelen mit süß-saurer Sauce und Garnelen mit Kokossauce. Sehr lecker.

Als alle fertig waren, gingen wir noch nach Patpong, der thailändischen Antwort auf die Reeperbahn. Hier reiht sich eine Bar an die nächste und jede hat lautere Musik zu bieten als die davor. Es gibt dort auch einige Klamottenstände, „Drug Stores“, Stände, die alle Ausweise und Diploma fälschen, die man sich vorstellen kann und eine Bar, die mit dem Slogan „We do not check ID cards“ wirbt. Außerdem gibt es überall „extra strong cocktails“ und eine ganze Menge Schuppen, in denen Shows gezeigt werden, in denen nackte Frauen die Hauptattraktion sind. Die ganze Straße scheint aus Alkohol, Sex und Fälschungen zu bestehen, also genau das zu bieten, weshalb viele Touristen hier sind.

Eine der Heuschrecken war meine

Eine der Heuschrecken war meine.

Wir hatten allerdings auch einen sehr guten Grund, hier zu sein: Käfer. Wer reist den schon nach Südostasien, um wieder zu kommen, ohne ein Insekt gegessen zu haben? Also mal abgesehen von Denis? An einem Käferwagen suchte ich mir eine gegrillte fünf bis sieben Zentimeter lange Heuschrecke aus, die dann extra für mich mit Sojasauce und Pfeffer gewürzt wurde. Als ich das Vieh dann so in der Hand hielt, sah es schon ganz schön eklig aus und es brauchte auch ziemlich viel Überwindung, es in den Mund zu stecken. Da ich es dann schnell hinter mich bringen wollte, entschied ich, nicht lange zu fackeln und erst abzubeißen, sondern das Vieh im Ganzen fertig zu machen. Also Augen zu und rein damit. Die Überwindung war schlimmer als das Essen selbst, denn die Heuschrecke schmeckte eigentlich nur nach Sojasauce und Pfeffer und war sehr knusprig. Dennoch brauchte ich nicht noch mehr davon.

Als noch ein paar mehr Leute aus der Gruppe ihre Käfer gegessen hatten, machten wir uns auf den Weg zurück zum Hotel. Morgen Früh geht es zum Flughafen und wenn alles klappt, sind wir noch vor 22:00 Uhr Ortszeit zurück in Hamburg.

4 Gedanken zu „Tag 21: Bangkok in zweieinhalb Stunden

  1. Bangkok ist krass. Ich bin hin und her gerissen ob es mir gefällt oder ich es kacke finde. ist schön mal dagewesen zu sein, aber es ist zuviel los dort und die Luft ist echt mies.

    • Ja, da geht es mir ähnlich. Bangkok ist einfach ein dreckiges Moloch. Ich persönlich bin nicht hingerissen von der Stadt, aber mehrere Bekannte, die schon mehrfach dort waren, sind begeistert. Vielleicht muss man einfach öfter dort gewesen sein, um Bangkok wirklich zu mögen.

  2. Manchmal wäre es besser nichts zu schreiben als solch einen Blödsinn von sich in die Welt zu setzen. Über Geschmack lässt sich bekanntlich immer streiten, aber „Bangkok in 2,5 Stunden“ zu sehen und beurteilen grenzt schon ein bischen an Schwachsinn und Überheblichkeit. Sorry!

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