Tag 22: Ein bisschen Tokyo und Baseball

31. Juli 2015. Tokyo (Japan).

Jetzt sind wir also in Tokyo angekommen, haben anderthalb Tage Zeit und tun uns echt schwer in der Tagesplanung. Es ist absolut unmöglich, in dieser kurzen Zeit einer Megacity wie dieser gerecht zu werden. Glücklicherweise ist die Entscheidung, dass wir auf jeden Fall nochmal nach Japan reisen werden, bereits gefallen. So können wir uns ein bisschen entspannen, denn wir kommen auf jeden Fall wieder, um das zu sehen, wofür jetzt keine Zeit bleibt.

Kaiserpalast

Unser erster Weg führt uns zum Kaiserpalast, der vom Hauptbahnhof aus direkt zu Fuß erreichbar ist. Um den gesamten Palast herum steht noch die alte Festungsmauer und nicht ein einziges Hochhaus. Ein Gesetz regelt nämlich, dass es kein Gebäude geben darf, das so hoch ist, dass man über die Mauern in den Palast schauen kann. Was sich dahinter verbirgt, bleibt für uns heute ein Rätsel. Denn genau wie in Kyoto hätte man auch hier im Vorfeld eine Erlaubnis bei der Imperial Household Agency beantragen müssen. Hätte, hätte, Fahrradkette. Beim nächsten Mal vielleicht.

Dennoch bekommen wir mehr als nur Mauern und Bäume zu sehen. Angeführt von einem Polizeiwagen und begleitet von einer berittenen Garde verlassen nämlich zwei leere Kutschen das Gelände des Kaiserpalasts. Aus einem großen Tor kommend, überqueren sie einen Vorplatz, den Bürgersteig und fahren schließlich geradeaus auf die Straße. Dort stehen einige Polizisten, die ganz aufgeregt sind, weil sie die Aufgabe haben, zu verhindern, dass irgendwelche herumlungernden Touristen das Gespann behindern.

Einige Meter weiter am nächsten Tor läuft uns die Kombo wieder über den Weg. Diesmal sind die Kutschen mit älteren Herrschaften besetzt, es geht zurück zum Palast. Und was wir zuerst als einen außerplanmäßigen Begleiter des Gespanns hielten – ein Pick Up mit einem Mann am Steuer und einer älteren Dame daneben – stellt sich nun als wichtigster Bestandteil der Gruppe heraus. Die beiden sind nämlich die kaiserlichen Pferdekackeaufsammler. Auch die Pferde des Kaisers hinterlassen mal Pferdeäpfel, die die beiden im Rekordtempo und äußerst gewissenhaft beseitigen. Vom Ausritt bleiben keine Spuren zurück.

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Pferdekackeaufsammler am Kaiserpalast

Ginza

Wenig später laufen wir in Ginza durch die Einkaufsstraßen voller Hochhäuser und Luxusgeschäfte. Louis Vuitton, Cartier, Versace, kein Geschäft, das wir uns leisten können, ist in Sicht. Ginza ist das In-Viertel Tokyos, wo die feinen Damen und Herren shoppen gehen, um zu sehen und gesehen zu werden. Kein Wunder also, dass es hier nichts für uns gibt, uns will schließlich niemand sehen. Und damit das Touristenpack mit Kamera und kurzer Hose auch wirklich draußen bleibt, sind in den Eingängen der meisten Geschäfte Türsteher zu sehen, die keinen Zweifel daran lassen, dass man dort nicht erwünscht ist.

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Ginza

Auf dem Weg zum Tsukiji Market kommen wir am Sony Building vorbei, das zufälligerweise gerade öffnet. Neben einem großen Aquarium vor dem Gebäude und einer noch größeren Version davon im achten Stock, besteht der für die Öffentlichkeit zugängliche Bereich aus Showrooms, in dem die neuesten Produkte von Sony ausgestellt sind und ausprobiert werden können – Kameras, Fernseher, Kopfhörer, Play Stations und viel mehr stehen bereit und können im Tax Free Shop anschließend steuerfrei eingekauft werden. Da es uns leider nicht möglich ist, die Heimkinoanlage unauffällig unter dem T-Shirt aus dem Gebäude zu schmuggeln, verlassen wir dieses mit leeren Händen.

Tsukiji

Der Tsukiji Market ist der größte Fischmarkt der Welt. Hier werden täglich (also jeden Tag) 2.000 Tonnen Fisch und Meeresfrüchte umgeschlagen. Jeden Morgen findet hier die große Thunfischauktion statt, bei der der beste Fisch an die Einkäufer der Sternerestaurants versteigert wird. Weil die Touristen in der Vergangenheit oft den Ablauf der Auktion gestört haben, dürfen derzeit keine Zuschauer daran mehr teilnehmen. Für uns ist das nicht weiter schlimm, denn um 5:00 Uhr, wenn die Auktion beginnt, hätten wir es nie im Leben aus dem Bett geschafft. Schon gar nicht, um uns Fisch anzuschauen.

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Tsukiji Market

Stattdessen laufen wir in dem Trouble durch die viel zu engen Gassen des äußeren Marktes und stellen fest, dass wir nicht mal zehn Prozent der Waren, die dort verkauft werden, benennen könnten. Es sieht zwar alles aus wie Fisch und riecht auch so, aber es ist alles in so vielen verschiedenen Farben, Formen, Konsistenzen und Verarbeitungsgraden vorhanden, dass es unmöglich ist, verbindliche Aussagen über die Art der Ware zu treffen.

Shibuya

Die große Fußgängerkreuzung vor dem Bahnhof Shibuya hat jeder schon mal im Fernsehen gesehen. Es ist die Kreuzung, die in der Rush Hour bis zu 3.500 Menschen überqueren. Je Ampelphase. Damit ist dieser Ort ein Sinnbild des Platzmangels in den Großstädten der Welt. In der Stadt Tokyo leben zwar „nur“ 19 Millionen Menschen, im gesamten Stadtgebiet (Tokyo geht übergangslos in Yokohama und andere Städte über) sind es aber 35 Millionen. Damit ist Tokyo mit Umgebung das größte zusammenhängende urbane Gebiet der Welt.

Neben den Menschenmassen, für die wir keine Erklärung haben, woher sie kommen und wohin sie wollen, dominieren Werbetafeln die Szenerie. Diese sind vor allem groß, bunt und laut. Die auf den Tafeln abgespielten Werbespots werden nämlich mit Lautsprechern auf der ganzen Kreuzung akustisch unterlegt. Es ist ein Mekka für Werbemenschen auf der ganzen Welt. Blöd nur, dass alle durcheinander sprechen.

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Shibuya Crossing

Aus dem Starbucks über dem Geschehen, der übrigens der einträglichste Laden der Kette weltweit ist, beobachten wir einige Ampelphasen und sind nach wie vor vollkommen ratlos darüber, woher die Leute kommen. Sie scheinen aus dem Nichts zu erscheinen und ins Nichts zu verschwinden. Vor allem junge Japaner sind hier anzutreffen, denn Shibuya ist das Trendviertel Tokyos, wo die Mode von Morgen gemacht wird. In der Fußgängerzone hinter der Kreuzung kann man sich vor schrillen, bunten Läden und deren ebenso schrillen, bunten Schildern kaum halten. Hier gibt es alles zu kaufen. Wirklich.

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Shibuya

Weil es Zeit wird für ein kleines Mittagessen, treten wir in ein Restaurant ein und werden vonder Kellnerin direkt wieder hinaus geführt. Dort steht nämlich ein Automat, an dem man vorab sein Essen wählt und bezahlt, mit dem Ticket geht es ins Restaurant, wo die Kellner ausschließlich dafür zuständig sind, zu servieren und abzuräumen. Anstrengende Nebentätigkeiten wie das Aufnehmen von Bestellungen und Abkassieren der Gäste werden so automatisiert und verbrauchen keine Arbeitskraft. Das ist zumindest effizient.

Ausblick

Anschließend fahren wir mit der Metro nach Shinjuku, um uns Tokyo mal von oben anzuschauen. Auf der Aussichtsplattform des Tokyo Metropolitan Government Building sind viele Rentner anzutreffen, die blaue Uniformen tragen und den Besuchern viel über das Panorama, einzelne Gebäude und die Stadt selbst zu erzählen haben. Wir werden von einer kleinen älteren Dame herumgeführt, die super Englisch spricht und noch viel besser vorbereitet ist. Alle Fakten über Größe und Kosten von Bauten scheint sie auswendig zu können. Und wenn doch mal eine Zahl fehlt, hat sie ganz schnell Karteikarten mit allen Informationen zur Hand.

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Überall Tokyo und kein Ende in Sicht

Sie zeigt uns unter anderem auch das Stadion, das bei den Olympischen Spielen 1964 als Austragungsstätte für die Judo-Wettkämpfe diente und nach einigen Modernisierungsmaßnahmen auch 2020 wieder als Judo-Halle genutzt wird. Das Olympiastadion von einst wurde komplett abgerissen und wird derzeit erneuert, weshalb an dessen Entstehungsort derzeit etwas zu sehen ist, was es sonst in ganz Tokyo nicht gibt: leerer Raum. Ursprünglich sollte der Neubau etwa zwei Milliaden Euro kosten, nach Protesten aus der Bevölkerung wurde jedoch umgeplant und die Kosten auf 1,1 Milliarden reduziert. Dass das auch in die andere Richtung geht, ist uns neu gewesen.

Tokyo Dome

Auf dem Weg nach Kasuga verfahren wird uns zum ersten Mal ein bisschen. Die Ringlinie Oedo Line verkehrt zwar ringförmig, aber nicht im Kreis, sondern biegt irgendwann nach Westen ab. Wer auf dem Ring weiter in Richtung Osten fahren möchte, muss an der Haltestelle Tochomae an den gegenüberliegenden Bahnsteig wechseln. Das haben wir verpasst, was aber kein großes Problem darstellt. Steht man nämlich einigermaßen planlos vor einem Subway-Plan, dauert es nicht lange bis man von einem Ortskundigen angesprochen wird, der einen am liebsten bis zum gewünschten Ziel an die Hand nehmen würde, um darauf zu achten, dass man sich nicht ein zweites Mal verläuft.

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Metroplan von Tokyo. Hier kann man sich schon mal verfahren.

Der ältere Herr, der uns die richtige Richtung zeigt, macht das auch tatsächlich, also ohne uns tatsächlich an die Hand zu nehmen. Allerdings nur, weil wir zufällig das selbe Ziel haben, den Tokyo Dome, auch Big Egg genannt, in dem heute Abend die Yomiuri Giants gegen die Chunichi Dragons aus Nagoya spielen. Baseball steht auf dem Programm, wenn wir es auf dieser Reise schon nicht zum Fußball schaffen. [Eigentlich wollten wir in Kobe ein Heimspiel von Vissel Kobe sehen. Da wir allerdings aufgrund der verlängerten Anreise mit der Fähre einen Tag weniger als geplant in Kyoto hatten, haben wir den Plan aufgegeben. Denn dafür wäre ein halber Tag draufgegangen, den wir nicht hatten.]

Nachdem wir ihm aus der Station gefolgt sind, zeigt er uns noch den Weg, den wir gehen müssen, um zum Dome zu gelangen und verschwindet schließlich ins Nichts. Wir befinden uns auf der Straßenseite gegenüber der Halle [Ja, es gibt Indoor-Baseball.], wo sich auf engstem Raum ein Vergnügungspark an das angrenzende Einkaufszentrum schmiegt. Mit einer Schiffsschaukel, einer Wildwasserbahn, einem Riesenrad und einer Achterbahn, die über das Dach des Einkaufszentrums fährt, ist für jeden etwas dabei und aufgrund der Enge des Parks sind die Wege zwischen den Fahrgeschäften sehr kurz. In Tokyo ist wirklich jeder Quadratzentimeter bis zum Letzten genutzt.

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Vergnügungspark auf engstem Raum.

Wir besorgen an einem Automaten unsere online bestellten Tickets und schauen uns ein wenig um. Das Gelände ist übersichtlich, voller orange gekleideter Menschen, die vorher in der Bahn noch nicht zu sehen waren. Entweder haben sie sich erst hier umgezogen oder sie sind aus dem Nichts aufgetaucht. Beides halte ich für durchaus wahrscheinlich. Vor der Halle gibt es mehrere Fanshops, kleine Kneipen und eine Bühne mit Animation durch quieckende bunte Moderatorinnen.

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Tokyo Dome.

Der Einlass erfolgt ohne Vordrängeln, geordnet in Zweierreihen. Es gibt eine Taschenkontrolle, das Mitbringen von Getränken stellt allerdings kein Problem dar. Das mitgebrachte Dosenbier wird an den Tischen hinter dem Eingang in bereitgestellte Pappbecher umgefüllt. Im Innenbereich der Halle finden sich Fressbuden, die alles verkaufen, was die japanische Küche zu bieten hat, und zwar in Bento Boxen mit kleinen Portionen vieler verschiedener Gerichte – also ganzer Gerichte, die es auch im Restaurant gibt, kein Fingerfood. Das wünschen wir uns ab sofort auch beim Fußball in Deutschland: Kohlrouladen mit Salzkartoffeln und Mischgemüse, verpackt auf zwanzig mal fünfzehn Zentimeter, gern auch mit Stäbchen.

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Bento Box gefällig?

Wir haben Karten für den obersten Rang, weil alles andere bereits ausverkauft war. Dennoch bleiben viele der 42.000 Plätze während des gesamten Spiels frei. Vom Oberrang aus haben wir einen ganz guten Blick auf das Spielfeld und die Ränge. Fast die ganze Halle ist in orange gekleidet, nur zwei Blöcke uns gegenüber sind grau. Für einen Freitagabend ist der Gästeblock doch ganz gut gefüllt.

Bevor es richtig losgehen kann, erhalten wir eine Sicherheitseinweisung auf Japanisch, die durch Comics auf der Anzeige begleitet wird. Wir werden darauf hingewiesen, dass jegliche Ablenkung während des Spiels, also fotografieren, telefonieren, mit dem Sitznachbarn sprechen, sehr gefährlich sein kann, weil der Ball unkontrolliert ins Aus gehen kann und – selbst wenn er beim ersten Aufprall niemanden verletzt, dieser von Sitzen und dem Boden unvorhersehbar abprallen kann. Es ist daher während des Spiels äußerste Vorsicht geboten und in Deckung zu gehen, sollte der Ball auch nur in Richtung Aus gehen. Für den Fall der Fälle werden wird durch Pfiffe von den Ordnern in unserem Block gewarnt, wenn Gefahr in Verzug ist.

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Letzte Vorbereitungen.

Bevor das Spiel beginnen kann, wird standesgemäß die Nationalhymne Japans gespielt, die Halle steht, niemand spricht. Dann geht es los. Anpfiff. Anwurf. Oder wie auch immer der erste Ball im Baseball heißt.

Baseball

Es wird ruhig in der Halle, zu hören sind nur die Gästefans, die von einer Kapelle begleitet einen fröhlichen Dauergesang anstimmen. Wir sind etwas verwundert, weil wir in der Baseballnation Japan ein enthusiastischeres Heimpublikum erwartet haben, das laut ist und ein bisschen Stimmung macht. Es ist daher ziemlich enttäuschend, dass die ganze Aufmerksamkeit dem kleinen Gästeblock zuteil wird. Dann sind irgendwann die Giants an der Reihe zu schlagen, der Gästeblock verstummt und setzt sich. Der Fanblock des Heimteam erhebt sich und beginnt seinerseits einen Dauergesang, bei manchen Schlägern auf Anfeuerung der einzelnen Personen. Gleich im ersten Inning gibt es einen Homerun für die Giants, es wird laut, es wird gefeiert, es steht bereits 1:3 (der Gast steht an erster Stelle), es scheint ein sehr interessantes Spiel zu werden. Dann folgt vier Innings lang nicht ein Punkt.

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Giants gegen Dragons.

Die Fanlager wechseln sich weiterhin ab mit der Anfeuerung ihrer Mannschaft, was eine ziemlich japanische Methode ist, höflich zu bleiben und den anderen nicht zu beleidigen oder sogar zu versuchen, ihn zu übertönen. Nur in ganz spannenden und knappen Situationen ist die ganze Halle zu hören. Gepöbelt oder gemeckert wird zu keinem Zeitpunkt. Das gehört sich nicht.

Es vergeht keine Minute, in der nicht eine junge Dame durch unser Blickfeld läuft, die Bier, Whiskey, Knabberkram oder Suppe verkauft. Alle sind leuchtend und in den Farben der Marke gekleidet, die sie verkaufen, und obwohl alle mindestens vier Stunden lang (drei Stunden Spiel plus eine Stunde vorher) unentwegt hin und her rennen, haben die Biermädels den anstrengendsten Job von allen. Sie tragen nämlich Rucksäcke, aus denen das Bier gezapft wird, und die mindestens doppelt so schwer sein müssen wie sie selbst. Dennoch scheinen sie kaum zu schwitzen.

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Bierfrau.

Obwohl die Giants anfangs deutlich überlegen wirken, gleichen die Dragons im sechsten Inning aus. Im achten Inning wird die Entscheidung herbeigeführt, als die Giants einen zweiten Homerun schlagen, der drei Punkte einbringt. Die ersten Zuschauer verlassen die Halle schon zu diesem Zeitpunkt, wahrscheinlich weil sie nicht damit rechnen, dass noch etwas passiert und das Spiel sowieso sehr lang ist. Viele sind erst zum vierten oder fünften Inning gekommen. Weil es beim Baseball keine festgelegte Spielzeit gibt, kann so ein Spiel schon mal ein paar Stunden dauern, heute sind es genau drei.

Beim zweiten Homerun der Giants wird es noch mal laut in der Halle. Die Fans feiern, singen und wedeln mit ihren orangenen Handtüchern. In Japan trägt man nämlich Handtuch statt Schal und zwar nicht nur beim Baseball, sondern auch im richtigen Leben. Weil es nämlich im Sommer in Japan unheimlich heiß und schwül ist, schwitzen selbst die Japaner. Und wer ein modisches Handtuch passend zum Outfit trägt, kann sich mit diesem gleich den Schweiß aus dem Gesicht wischen. Dieses Effizienz-Ding haben sie einfach drauf.

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Fanshop – Handtücher statt Schals.

Dritte Halbzeit

Das Spiel endet schließlich 6:3 für die Giants. Nach Abpfiff wird der Spieler des Spiels gekürt. Es ist natürlich der Herr, der den entscheidenden Homerun geschlagen hat. Es wird ein kleines Podest in der Nähe der Homeplate aufgebaut, auf dem der Herr interviewt wird. Eine Handvoll Leute steht in einem durch Hütchen abgesteckten Halbkreis und jubelt dem Spieler standesgemäß zu.

Nach fünf Minuten Interview steigt der Herr auf einen Caddy, der ihn zur Ehrenrunde um das Feld fährt, während er Basebälle [Ist das die korrekte Mehrzahl von Baseball?] ins Publikum wirft. Genau gegenüber der Homeplate stehen etwa hundert Leute in einem durch Hütchen abgesteckten Quadrat. Der Spieler steigt vom Auto, lässt sich von den Leuten feiern. Nach einem gemeinsamen Siegerfoto steigt er erneut auf den Caddy und wird zur Ausgangsbase gefahren. Die Leute aus dem Halbkreis stehen jetzt in einer durch Hütchen abgesteckten Reihe, der Spieler läuft diese entlang und klatscht ab. Dann ist endlich Feierabend mit diesem ganzen Theater. Am nächsten Tag spielen beide Mannschaften schließlich wieder gegeneinander.

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Ordnung muss auch beim Jubeln sein.

Der Ausgang wird von Polizisten und Ordnern mit Megaphonen überwacht, die dagür sorgen, dass sich die Leute in zwei Reihen aufstellen und nur in einer angemessenen Anzahl an Personen durch die Schwingtür gehen. Damit diese nicht zu schnell oder zu langsam schwingt, sorgt eine Person ausschließlich für die richtige Drehgeschwindigkeit. Vor der Halle herrschst strikte Fantrennung. Hier werden die Fans, die links zur Bahn gehen von denen getrennt, die nach rechts müssen. Ordnung muss sein, nicht dass hier noch ein Chaos ausbricht, weil die Leute ineinander laufen.

Wir essen im Vergnügungspark gegenüber gebratene Pampebällchen mit Eiersalat bzw. Käse. Es war unser erstes Baseballspiel, das wir live gesehen haben und auch wenn wir nicht jede Woche Baseball sehen müssen, ist es doch ein interessanter Sport, den man sich hin und wieder mal antun kann.

Heutige Verbindungen

Keine.

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