Tag 3: Via Berlin gen Italien

10. Oktober 2011. 22:30 Uhr. Zimmer 350 Best Western Grand Hotel Lucca, Italien.

Metro-Station in Kopenhagen

Metro-Station in Kopenhagen

Pünktlich um 7:00 Uhr zur Eröffnung des Frühstücksbuffets standen wir bereit im Frühstücksraum, um uns Brötchen für unterwegs zu schmieren. Zum Essen war keine Zeit, denn bis 8:10 Uhr mussten wir am Abflug-Gate sein. Also Frühstück gemacht und schon ging es los zur Metro und mit dieser zum Flughafen. Eine Metrostation in Kopenhagen ist eigentlich nur ein großer unterirdischer Raum mit Glaswänden und Schiebetüren, die sich nur dann öffnen, wenn eine Bahn einfährt. Die Bahnen selbst sind relativ kurz, sehr modern und ohne Fahrer unterwegs. Schon ein komischer Anblick, wenn man durch die verglaste Front auf die Schienen schauen kann. Aber was sollte schon schief gehen? Verfahren oder vom Weg abkommen kann die Bahn ja nicht.

Wie modern Kopenhagen ist, zeigte sich das nächste Mal am Flughafen. Dort gibt es nämlich keine Check In-Schalter, sondern nur Automaten zum Online-Check In. Für die, die Gepäck aufgeben wollen, gibt es aber noch Gepäckabgabeschalter. Da wir mit Easyjet flogen, wo das Aufgeben von Gepäck wohl genauso teuer ist wie der Flug selbst, waren wir nur mit Handgepäck unterwegs. Das ist auch der Grund, warum wir uns im Hamburg noch Gefrierbeutel kaufen mussten: als Kulturbeutel. Das Packen unseres kleinen Trolleys und Rucksacks war übrigens eine logistische Meisterleistung von Denis. Wie er darin die Kleidung für zwei Personen für eine Woche, seine Ersatzschuhe, Badelatschen, ein Handtuch und ein Reise-Scrabble untergebracht hat, ist mir nach wie vor ein Rätsel, aber es waren immer die Sachen da, die wir brauchten. Wenn ich gepackt hätte, hätte ich wohl gerade meine Sachen mitnehmen können. Ohne Badelatschen und Handtuch.

Ein paar abschließende Eindrücke aus Kopenhagen:

5 Kronen

5 Kronen

  • Ich habe neben dem größten Mann der Welt gestanden. Na ja, zumindest neben dessen Abbild vor dem Guinness-Weltrekord-Museum. Der Typ war 2,72 Meter groß. Und weil er jährlich drei bis zehn Zentimeter gewachsen ist, war er mit 10 schon über zwei Meter groß. Seine Schuhe waren doppelt so groß wie meine und ich ging ihm bis zum Ellenbogen.
  • Wenn man dem Herrn hinter der Theke unseres Dönerschuppens von gestern Abend trauen kann (Ganz sicher sind wir uns dessen nicht, denn er hat uns zu wenig Wechselgeld wieder gegeben.), standen wir gestern neben einem früher sehr berühmten Tänzer, der mittlerweile wohl über 70 ist und gern Döner isst.
  •  Die Dänen sind süß. Auf allem sind Herzen drauf – auf dem Geld, auf alten Säulen vor dem Rathaus, sogar an den Häuschen, in denen die Soldaten vor dem Parlament Wache stehen.

So, nun zu Berlin. Nach einigem Hin- und Hergerenne war das Gepäck verstaut und der beste Weg in die Innenstadt gefunden. Am Alex haben wir uns gleich erstmal gestärkt. Von einer hyperaktiven Verkäuferin serviert, aßen wir originale Berliner Currywurst mit Pommes. Ein Gedicht.

Museumsinsel

Museumsinsel

Anschließend wollten wir auf den Fernsehturm. Wir sind ein bisschen durch die Gegend gelaufen, haben ihn aber nicht gefunden. Etwas später stellte sich dann heraus, warum nicht. Die Wolken hingen so tief, dass man ihn nicht richtig sehen konnte. Hochgefahren sind wir trotzdem, denn es sah von unten so aus, als würde man doch ein bisschen sehen können. Konnte man aber nicht. Dafür mussten wir aber auch nicht lange anstehen.

Anschließend fuhren wir noch auf die Museumsinsel und dann mit dem Touri-Bus zum Schloss Bellevue und zur Siegessäule. Sightseeing im Schnelldurchlauf, denn um 14:00 Uhr wollten wir uns ja schon mit Marlen und Olaf treffen.

Trotz einiger Einschränkungen aufgrund des vereitelten Brandanschlages am Berliner Hauptbahnhof kamen wir pünktlich am Treffpunkt an. Zu Klatsch und Tratsch bei Kaffee und Kuchen (die dem einen oder anderen nicht so gut taten) gingen wir ins Xion, das anscheinend noch dringend Servicekräfte braucht. Aber vielleicht ist es dort auch normal, dass innerhalb weniger Stunden gefühlte 31 Leute ankamen oder anriefen, um eine Bewerbung abzugeben.

Überpünktlich zurück am Flughafen ging das mit dem Einchecken schneller als gedacht. Am Schalter stand bereits auf einem Schild, dass man doch bitte ca. 40 Minuten für den Weg zum Gate einplanen sollte. Man kennt es ja von den Billig-Airlines, dass man zum Abflug gefühlte zwei Stunden mit dem Bus fahren muss. In Berlin und Kopenhagen spart man sich den Bus und lässt die Passagiere selbst kilometerweit durch die Hallen laufen.

Nachdem wir eingecheckt hatten, stellten wir uns am Ende der Schlange zur Sicherheitskontrolle an und hatten schon Angst, dass wir die nächste Dreiviertelstunde dort verbringen würden. Dann kam die Durchsage, dass man ja auch gern die Sicherheitskontrolle im Nachbarterminal nehmen könnte. Anscheinend waren wir die einzigen, die diese Ansage gehört hatten, denn außer uns begab sich niemand ins Terminal A. Auch gut, so waren wir innerhalb von fünf Minuten durch.

Ins Flugzeug gestiegen sind wir bei Wind und Nieselregen, ausgestiegen sind wir bei 17°C und äußerst regenfreier Luft. Ein kleiner Spaziergang zum Rent-a-Car-Terminal und dann konnte es auch schon mit unserem Kia Cee’d von Pisa nach Lucca gehen, wo sich unser Hotel befindet. Unser Navi hatten wir vorausschauenderweise mitgenommen, die Halterung für die Frontscheibe allerdings in unserem Auto Zuhause vergessen. Dass wir die Software mal aktualisieren sollten, sagt uns das Navi schon seit einem halben Jahr. Heute haben wir zum ersten Mal gemerkt, dass das wirklich keine schlechte Idee wäre. Man könnte den Eindruck gewinnen, dass in den letzten Monaten hier die Hälfte aller Kreuzungen durch Kreisverkehre ersetzt wurde.

Das Hotel haben wir trotzdem gefunden, unser Zimmer auch und nun genießen wir die Vorzüge, die so ein 4-Sterne-Hotel bieten kann – ein riesiges Bett, einen großen Fernseher und viel, viel Platz. Gute Nacht.

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