Tag 7: Denis und das Gepäck

22. Juni 2012. 18:08 Uhr. Zimmer 107, Cua Dai Hotel. Hoi An, Vietnam.

Nach dem Frühstück machten wir uns mit unserem Kleinbus auf den Weg von Hue nach Hoi An. Da Denis‘ Rucksack nach Da Nang geflogen worden ist, wollten wir dort unterwegs noch einen Halt einlegen.

Auf dem Weg aus Hue heraus und in der unmittelbaren Umgebung der Stadt sahen wir eine Menge kleiner Märkte, auf denen alle Arten von Lebensmitteln verkauft wurden, aber vor allem Gänse. Wir wissen nicht, ob das tatsächlich so entspannte Tiere sind oder ob diese mit Baldrian aufgezogen wurden. Es war jedenfalls auffällig, wie „cool“ die Gänse an ihrem Stand liegen blieben und sich haben transportieren lassen. Meistens wurden sie an den Beinen gehalten und kopfüber getragen oder ans Moped gebunden. Letzteres schien dem einen oder anderen Tier sogar gefallen zu haben.

Delikatessen

Delikatessen

Unser erster Halt war in einem Strand-Resort, wo wir zum ersten Mal einen vietnamesischen Strand zu sehen bekommen haben. Der Strand in der Halong-Bucht zählt nicht, der war nur fünf Meter lang und sogar im Wasser abgetrennt. Obwohl es sehr warm war, waren kaum Menschen am Strand und noch weniger im Wasser. Beides war übrigens für vietnamesische Verhältnisse sehr sauber und das Wasser hatte eine sehr angenehme Temperatur, obwohl bei diesen Wetterverhältnissen jede Wassertemperatur angenehm ist.

Um an den Strand zu gelangen, mussten wir durch ein Restaurant des Resorts gehen. Hier fielen uns einige Aquarien ins Auge, aus denen man sich seine Mahlzeit noch lebendig aussuchen konnte. Es gab Hummer, Krebse und andere Delikatessen, die wir nicht genau bestimmen konnten.

Marmorwerkstatt

Marmorwerkstatt

Unser nächster Halt war an einer Marmorwerkstatt, an der riesige Marmorfiguren hergestellt wurden. Von Buddha über Jesus, Elefanten und Schildkröten bis hin zu Möbeln und moderner Kunst war alles dabei. Es nervt nur langsam echt, dass wir an jedem Reisetag mindestens einmal zu so einer Touristenfalle kutschiert werden, wo wir unser Geld ausgeben sollen.

Unser nächstes Ziel lag auf ein paar hundert Metern Höhe und hieß Wolkenpass. Hier werden Nord- und Südvietnam wettertechnisch voneinander getrennt. Außerdem gab es noch ein paar US-amerikanische Bunker zu sehen und einen tollen Ausblick auf die Gegend und Da Nang.

Überholmanöver

Überholmanöver

Die Fahrt nach oben war etwas beschwerlich mit unserem Bus, der gar nicht so alt aussah, aber einige Schwierigkeiten bei der Steigung hatte. Trotz Überholverbots und sich in Grenzen haltender Beschleunigung überholte unser Fahrer alles, was unseren 40 Stundenkilometern im Weg war. Es war sehr beruhigend zu sehen, dass auch auf diese zweispurige Straße drei Fahrzeuge nebeneinander passen.

Nach einigen Fotohalten, wo wir den Blick auf den Strand und die reiche Flora mit vielen Bananenbäumen und Kokospalmen festhalten konnten, holten wir Denis‘ Gepäck vom Flughafen. Die Freude über das wiedergefundene Gepäck währte allerdings nicht allzu lange. Nach nur zehn Minuten Fahrt öffnete sich nämlich unsere Kofferklappe und welches war das einzige Gepäckstück, das herausfiel? Natürlich. Denis‘ Rucksack. Dank des Schutzsackes blieb der Rucksack selbst relativ unversehrt. Und da hinter uns nur Mopeds fuhren, wurde auch keiner von der Gepäcklawine überrollt, denn die Mopedfahrer sind Meister im Ausweichen. Wir hielten dann auf der voll befahrenen Straße, der Fahrer stieg aus, holte den Rucksack und verstaute ihn diesmal sicherer.

Hoi An

Hoi An

Danach waren es nur noch ein paar Minuten nach Hoi An. Nach dem Mittag in einem kleinen Restaurant machten wir noch einen Spaziergang durch die Altstadt. Hoi An ist relativ klein, aber um einiges sauberer als Hanoi und Hue. Außerdem ist es hier viel ruhiger, da abseits der Hauptstraße kaum Mopeds, sondern hauptsächlich Fahrräder unterwegs sind. Es gibt viele kleine Läden, Schneider und Restaurants, die meistens Häuser sind gelb und es hängen bunte Laternen davor. Das muss im Dunkeln echt nett aussehen.

Tuan hat uns einen Überblick über die Stadt gegeben, damit wir uns auch selbst orientieren können, uns ein paar Restaurants und Schneider empfohlen und uns in die Häuserkunde eingeweiht. Ein Haus wird nämlich wie ein menschlicher Körper gesehen. Über dem Eingang hängen zwei runde Holz…dinger, die die Augen symbolisieren. Diese sollen das Gute vom Bösen unterscheiden können, um nur das Gute herein zu lassen. Um sicher zu gehen, dass das Böse aus tatsächlich draußen bleibt, ist am Eingang eine Schwelle angebracht. Clever!

Das Innere des Hauses ist dessen Bauch, dem es nur gut geht, wenn genügend Licht hineinkommt. In Vietnam hat ein schlauer Mensch auch kein helles Köpfchen, sondern ein helles Bäuchlein. Die haben’s hier auch echt mit dem Essen.

Deswegen haben wir uns auch für einen Kochkurs angemeldet, der demnächst beginnt. Der Kurs selbst kostet 300.000 Dong (12 Euro) pro Person, dass man das Gekochte essen darf, 15.000 Dong (0,50 Euro) extra.

Nachdem wir den heutigen Restnachmittag am Hotel-Pool verbracht haben, haben wir für morgen eine mehrstündige Fahrradtour in die Umgebung gebucht. Obwohl die ganze Zeit von einer „Bike Tour“ die Rede war, sind wir gar nicht auf die Idee gekommen, dass wir mit dem Fahrrad unterwegs sein werden. Unsere „Motor Bike Tour“ gestern hieß schließlich fast genauso. Na ja, wird schon Spaß machen. Ist ja nicht so, dass hier Temperaturen über 30°C und eine Luftfeuchtigekeit von über 80 Prozent herrschen…

2 Gedanken zu „Tag 7: Denis und das Gepäck

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