Tag 9: Wo ist die Metro?

11. Juni 2011. 21:06 Uhr. Zimmer 16 Antique Hotel, Istanbul, Türkei.

Gewürzmarkt

Gewürzmarkt

Nach einer viel zu kurzen Nacht mussten wir heute Morgen viel zu früh aufstehen, weil es nur bis 10:00 Uhr Frühstück gab. Dieses gab es auf der Terrasse des Hauptgebäudes unseres Hotels, von wo aus man einen tollen Blick auf das Marmarameer hatte. Zum Frühstück gab es neben Brot und Südfrüchten auch frisches Gebäck von den Damen des Hauses, das direkt vor Ort zubereitet wurde. Sehr lecker. Ich glaube, unser Hotel ist ein Familienbetrieb, in dem alle mithelfen, die gerade Zeit haben. Die Jungs, die in unserem Gebäude am Eingang sitzen und die Schlüssel verteilen, nennen sich gegenseitig „Brothers“.

Nach dem Frühstück gingen wir auf den Großen Basar, von dem wir etwas enttäuscht waren. Es war eigentlich nur eine überdachte Aneinanderreihung von Geschäften, die Touristenkram verkaufen – T-Shirts, Schmuck, Nippes aller Art. Viel schöner war da schon der Gewürzmarkt, auf dem man das türkische Leben schon mehr spürte. Dieser war überfüllt mit Menschen, es war sehr laut und es gab an jeder Ecke was zu Essen.

Seilladen

Seilladen

Auf dem Gewürzmarkt ist uns auch aufgefallen, dass es hier für jedes Produkt einen eigenen Laden zu geben scheint. Neben den ganzen Gewürzläden gab es nämlich noch einen Sägenladen, einen Holzbrettchenladen, einen Holzlöffelladen, einen Türklinkenladen, einen Grillladen, einen Seilladen und viele mehr. Außerdem sind wir durch eine Straße gelaufen, in der es mehrere Gürtelschnallenläden gab und daneben Gürtelläden mit Gürteln als Meterware auf Rollen, ohne Schnallen. Später gingen wir durch eine Lampenfachgeschäftstraße, in der sich mindestens 20 Läden befanden, die alles zum Thema Licht verkauften. Ein Laden hatte sogar ausschließlich Glühlampen im Sortiment.

Wir waren heute noch in der Süleymaniye-Moschee, wo ich ein Kopftuch tragen musste. Hier konnten wir uns von dem ganzen Herumlaufen ein wenig erholen, auf dem Teppich sitzend und ohne Schuhe…herrlich.

Fiyapi Inönü Stadiumu

Fiyapi Inönü Stadiumu

Weiter ging es dann mit der Straßenbahn über die Galata-Brücke zum Dolmabahçe-Palast, in den wir allerdings nicht rein gegangen sind, weil wir keine Lust auf anderthalb Stunden Schlangestehen hatten. Das Straßenbahn-Bezahlsystem in Istanbul ist übrigens sehr interessant. Es gibt Absperrungen (Drehkreuze) an jeder Haltestelle und neben Zeitkarten gibt es hier auch Jetons (Plastikmünzen, so wie Einkaufswagenchips) für 1,75 Lira (1 Euro) pro Fahrt.

Gegenüber des Dolmahçe-Palast befand sich das Fiyapi Inönü Stadiumu, das Stadion von Beşiktaş Istanbul. Ein kleines, aber feines Stadion, das leider nicht offen war, aber für ein Auswärtsspiel eine tolle Spielstätte abgeben würde. Vom zweiten Rang aus hat man sicherlich Meerblick.

Danach ging es weiter zur Istakâl Caddesi einer großen Fußgängerzone und Einkaufmeile, die auf Touristen und Shopping ausgelegt ist. Es war sehr interessant zu beobachten, wie schnell die Regenschirmverkäufer am Start waren, als es angefangen hat zu regnen.

Istakâl Caddesi

Istakâl Caddesi

In dieser Straße haben wir einen tollen Süßigkeitenladen gefunden, in der wir knapp 22 Lira (11 Euro) für Turkish Delight und Blätterteiggebäck ausgegeben haben. Lecker wie Sau, allerdings genauso süß. Mein erstes Delight allerdings war nicht so berauschend. Es war grün und ich erwartete Apfel- oder Waldmeistergeschmack. Als es dann nach Pfeffi schmeckte, hätte ich es am liebsten wieder ausgespuckt.

Anschließend wollten wir mit der Metro zur Straßenbahn fahren und mit dieser Richtung Hotel. Es war kein schönes Wetter (drückend und regnerisch) und wir hatten Kopf und Füße, weswegen wir ein Nachmittagsschläfchen für angebracht hielten. Aber so einfach wie gedacht war es leider nicht. Eine Metrostation hatten wir zwar gefunden, aber vier 100-Meter-Rolltreppen und ein 200-Meter-Rollband später stellten wir fest, dass es die falsche war. Macht nix, wir haben für den Abstieg ja nur zwei Stunden gebraucht. Zurück an die Oberfläche nahmen wir einen kürzeren Weg und entschieden, dass es schneller gehen würde, zur Straßenbahn zu laufen anstatt weiter nach der Metrostation zu suchen. Die Straßenbahn war brechend voll, aber sie brachte uns zur Sultanahmet Camii, von wo aus wir noch fünf Minuten Fußweg zum Hotel hatten.

Maiswagen

Maiswagen

Nach dem Nachmittagsschlaf unternahmen wir einen zweiten Versuch, in den Topkapi-Tempel zu gelangen. Allerdings gab es dort wieder ein Konzert. Mist. Wir sind dann noch ein bisschen spazieren gegangen, hatten ein Dürüm zum Abendbrot aus einem Laden, der in Deutschland Probleme mit einigen Behörden hätte, und einen Maiskolben von einem Maiskolbenwagen. Als wir mit unserem Dürüm an einigen Restaurants vorbei gingen, wurden wir immer noch von den Kellnern angesprochen, ob wir nicht einkehren wollen. Wir verwiesen auf das Essen in der Hand. Aber das Gegenargument war, dass wir ja wenigstens was trinken könnten.

Wir hatten trotz des ausgiebigen Mahls noch genug Geld, um Briefmarken für die Karten aus Veliko Tarnovo zu kaufen. In Bulgarien gab es nur Briefmarken in der Post und die haben wir nicht mehr gefunden, also werden die Veliko Tarnovo-Karten aus Istanbul verschickt.

Jetzt werden die Taschen gepackt, denn das Airport-Shuttle geht morgen früh gegen 7:30 Uhr, der Flug um 10:35 Uhr.

 

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