Teil 8: Gastbeitrag über einen kleinen Wochenendausflug nach Baku

Moin, ich bin hier heute Gastautor, meines Zeichens Turnbeutel aus 100% Baumwolle, aber meine Besitzer nennen mich nur “Beutel” oder “Sack”. Ich komme aus Grimmen und bin durch einen blöden Zufall bei Denis und Anika, gelandet, die glauben, dass es mir gefällt, wenn sie mich durch die Weltgeschichte schleppen, mich auf ihren Rücken schnüren und mich so lange in die Sonne halten, dass ich anfange, auszubleichen. Klar, wer mag es nicht, in irgendwelchen alten russischen Zügen auf einem Bett zu liegen und Ärsche anzustarren. Ich kann mir nichts schöneres vorstellen.

Weil Anika sich für was besseres hält [Ja, du hast Beine und kannst dich ohne fremde Hilfe fortbewegen. Toll, du bist so außergewöhnlich!], muss ich hier heute über Baku berichten. Ich wäre ja schließlich auch dabei gewesen, sagt sie. Klar, als hätte ich eine Wahl gehabt. Ich hätte lieber diesen blöden Fuckin’ Strandkind-Kollegen mit in den Kaukasus geschickt, der ist schon von Natur aus so blass, dass ihm die Sonne nichts anhaben kann. Dann hätte ich schön gemütlich mit dem Stammbesetzung-Beutel an der Tür hängen und an unseren Weltherrschaftsplänen arbeiten können. Aber nein, ich bin ja der neue und gerade rechtzeitig vor der Abreise angekommen, sodass ich unbedingt mit muss. Tolle Wurst.

Na ja, wenigstens habe ich hier eine wichtige Aufgabe. Ich bin nämlich für die Wertsachen zuständig. Ohne mich würden die beiden Holzköpfe doch überall ihre Pässe und Portm… Portemonnä… Geldbeutel rumliegen lassen. Manchmal muss ich auch Wasserträger spielen, aber für niedere Aufgaben wie Dreckwäsche und Wechselschuhe haben wir die beiden großen me°ru-Brüder dabei, deren Eltern sie kreativerweise “der grüne” und “der braune” genannt haben. Ich glaube, dass die Namen nichts mit Politik zu tun haben, sondern mit ihren Farben.

Die beiden sind echte Arbeitstiere, aber beschweren sich nicht darüber, dass sie tagsüber in irgendwelchen Schließfächern eingesperrt werden oder Zuhause in Hamburg im Keller leben müssen. Da habe ich es eigentlich gar nicht sooo schlecht getroffen, ich darf schließlich sogar manchmal mit zu Hansa fahren.

Nun ja, auch wenn ich keinen Bock habe, muss ich euch jetzt wohl oder übel ein bisschen was über Baku erzählen. Anika meint, ich sollte am Bahnhof in Tiflis anfangen, auch wenn ich nicht verstehe, warum. Dort war es nämlich echt langweilig, weil wir nur rumgesessen und gewartet haben.

Die beiden fanden es witzig, dass in den zwei Stunden Wartezeit nur zwei Züge abfuhren, obwohl wir uns auf dem Bahnhof in einer Hauptstadt befinden. Ha ha, wie lustig. Ernsthaft, sucht euch ein Leben, Leute!

Wie auch immer, irgendwann stand dann unser Zug bereit und wir bezogen das Abteil. Es hatte vier Liegen, aber wir blieben vorerst allein. Der Rest des Wagons wurde durch eine zehnköpfige Großfamilie und ein paar andere arme Seelen belegt. Bereits nach dem Einsteigen lief aserbaidschanische Volksmusik über den Gang und bei der Abfahrt brandete tosender Applaus auf. Ein Zug, der fährt. Wow, wie außergewöhnlich. Menschen sind Idioten.

Meine beiden Holzköpfe hatten den Grenzübergang irgendwann mitten in der Nacht erwartet und waren erstaunt, dass wir bereits nach einer Stunde die Grenze erreicht hatten. Ich weiß nicht, ob ich hier wirklich der einzige bin, der nicht vollkommen dämlich ist, aber wer einen Blick auf die Karte wirft, dem wird ziemlich schnell klar, dass Tiflis nur 60 Kilometer von der Grenze entfernt liegt und es deshalb nicht die halbe Nacht dauert, dort anzukommen.

Auf georgischer Seite dauerte der Grenzübergang anderthalb Stunden und die Leute durften den Zug verlassen und auf dem Bahnsteig rumlungern, worüber sie froh waren, weil die Klimaanlage nicht lief, während der Zug stand. Ich musste mit nach draußen, obwohl ich lieber liegen geblieben wäre, denn die Wärme geht mir an meinem fusseligen Baumwollarsch vorbei. Aber wer zu den wichtigsten Personen auf dieser Reise gehört, wird nicht allein zurück gelassen. Außerdem schnarchten die beiden me°ru-Brüder unter den Liegen so laut, dass ich eh nicht zur Ruhe gekommen wäre.

Nachdem wir also fertig rumgelungert und die beiden Holzköpfe kühle Getränke in einem Gebäude gekauft hatten, das sie Kiosk nannten und ich als Bretterbude bezeichnen würde, fuhren wir kurz weiter und erreichten auf die zweite Grenzkontrolle, bei der niemand aussteigen durfte. Für mich war das ganz entspannt, weil ich in Ruhe gelassen wurde, aber die beiden Idioten jammerten ganz schön melodramatisch rum, weil ihnen so heiß war und keine frische Luft ins Abteil kam. Reißt euch zusammen, ihr Luschen!

Als ich am nächsten Morgen aufwachte, saßen plötzlich zwei Männer in Uniform auf den Liegen und tranken Tee mit den beiden Luschen. Irgendwann in der Nacht müssen sie wohl dazu gekommen sein und auf den oberen Liegen geschlafen haben. Alle vier unterhielten sich in sehr schlechtem Englisch über Aserbaidschan und einer von den Uniformträgern fragte, warum die Holzköpfe nicht länger in ihren schönen Land blieben. Anika erzählte was von wegen keine Zeit, aber eigentlich hatte sie nur Schiss, dem Typen zu erzählen, dass wir lieber weiter nach Armenien fahren wollten. Die Aserbaidschaner sind wegen des Bergkarabach-Konfliktes nicht allzu gut auf Armenien zu sprechen – ein paar Typen in Baku trugen sogar schwarze T-Shirts mit einem Maschinengewehr und dem Spruch “Save Bergkarabach”. Hatte ich schon erwähnt, dass Menschen Idioten sind?

Mit zwei Stunden Verspätung kamen wir dann am Vormittag in Baku an und holten erstmal die Fahrkarten für die Rückfahrt und ein bisschen Geld aus dem Automaten. Weil Denis und Anika nicht mit den Fahrkartenautomaten klar kamen, nahm uns ein Einheimischer auf seiner Fahrkarte mit und wir fuhren in die Altstadt, in der sich unser Hotel befand. Nach dem Einchecken und Duschen wollten sich die beiden erst stärken und dann los in die Stadt.

Der Stadtrundgang endete in ein 20 Meter vom Hotel entfernten Restaurant, weil sie sich dort so voll gefressen hatten, dass sie müde wurden. Dann mussten wir also zurück ins Hotel und die Holzköpfe machten Mittagsschlaf, während ich mit den beiden me°ru-Brüdern Ich-packe-meinen -Koffer spielte und jedes Mal gewann, weil sie sich viel mehr merken mussten, was in sie hineingepackt wurde. Und weil sie echt dämlich sind und die Spielregeln nicht kennen. Ich bin schon echt ein smarter Typ.

Als die beiden Luschen wieder wach waren, konnten wir doch endlich los und sind ein bisschen durch die Altstadt spaziert. Ich mochte es, dass Baku viel sauberer ist als Tiflis. Anika meint zwar, ich wäre deswegen ein Spießer, aber die hat gut Reden. Die muss schließlich nicht auf dem Boden oder in der Ecke liegen.

Na ja, mir hat die Altstadt mit ihren Häusern aus Sandstein, den vielen Katzen und den Teppichhändlern echt gut gefallen und auch die beiden Holzköpfe waren beeindruckt, wenn sie auch nur im Schneckentempo vorangekommen sind.

Ich wäre ja ganz gerne noch auf diesen Aussichtsturm gegangen, aber die beiden Holzköpfe fanden den Eintritt zu teuer. Dass sie als Ausländer mehr zahlen sollten als die Einwohner war wohl okay, Anika hat irgendwas von “Ausländeraufschlag zahlt man ja immer irgendwie” gefaselt [Ich höre ihr, ehrlich gesagt, nicht immer richtig zu.], aber den dreifachen Preis fanden sie dann wohl doch unfair. Verdammte Geizhälse.

Na ja, vielleicht lag es nicht nur an ihrem Geiz, sondern auch daran, dass ihnen das Geld ausgegangen ist. Am Bahnhof hatten sie aus irgendeinem bescheuerten Grund nur ein bisschen Bargeld besorgt und das fast komplett fürs Mittagessen ausgegeben. Die Geldautomaten, bei denen sie nun Geld vom Konto holen wollten, streikten aber allesamt und wollten ihnen auf keiner ihrer hundert Kreditkarten auch nur ein paar Manat rausgeben. Das lustige daran war, dass sie keine Ahnung hatten, warum, und dass ihnen die Automaten allesamt keine Auskunft geben wollten. Ich habe mich gut amüsiert und auch die beiden Holzköpfe haben es nicht so eng gesehen. Würde denen eh mal gut tun, ein bisschen weniger zu essen.

Wir gingen dann weiter in die Innenstadt, die nicht mehr aus Sandstein bestand, wie die Altstadt, sondern aus modernen, klimatisierten Restaurants und Edelboutiquen. Von den Einheimischen lief hier niemand, der was auf sich hielt, ohne irgendwas von Gucci oder Prada rum. Und ausgehend von den ganzen Markenläden in der Stadt waren die Shirts, Taschen und Schuhe, die man hier trug, auch zum Großteil echt.

Anika findet es seltsam, dass es sogar spezielle Kinderläden von einigen Marken gab, und manche Stöpsel hier mit einem Bugs Bunny-Shirt von Gucci rumrannten. Dabei soll sie mal schön die Klappe halten. Die verdient ihr Geld schließlich in so einem Online-Schuppen, der Handtaschen für fünfstellige Beträge verkauft. Und ich kann euch sagen, diese Exemplare sind meistens ziemlich große Vollidioten. Vor allem die Taschen aus Krokoleder sind hochnäsige Snobs!

Auch hier in der Innenstadt versuchten sie ihr Glück an allen Bankautomaten, die sie finden konnten, ließen sich aber immer noch nicht davon aus der Ruhe bringen, dass sie kein Geld bekamen. Stattdessen lachten sie darüber, dass einer der Automaten von der Xalq Bank war. Ja, das klingt, als würde ein Russe versuchen, das Wort “Hulk” auszusprechen, aber bitte, das ist doch echt albern.

Überhaupt tun die beiden in ihrem komischen Blog immer so gebildet und werfen mit Fakten um sich, die sie kurz bei Wikipedia recherchiert haben. Aber in Wirklichkeit laufen sie einfach nur blauäugig durch irgendwelche Städte und lachen über dämlichen Scheiß. “Haha, guck mal, das Café Mayak. Hahaha. ‘Alle, Alle, Café.’” Echt jetzt? Wer findet das denn witzig? Wer erinnert sich überhaupt an diesen bescheuerten Spruch von Slawomir Majak? Wer kennt den überhaupt? Ihr seid verdammte Nerds, werdet erwachsen!

Später fuhren wir zur Heydar Moschee, die ein bisschen außerhalb der Stadt lag und die die beiden nicht gleich fanden, weil sie offenbar immer noch zu dämlich waren, eine Karte zu lesen. Nachdem sie dann an den Plattenbauten vorbei und durch den Park gelaufen sind, sind wir trotzdem noch an der Moschee angekommen.

Das Teil war echt groß, komplett aus Sandstein gebaut und hatte einen riesigen Buch aus Marmor davor. Und eine Rolltreppe für alle, die sich auf dem Weg zum Gebet nicht bereits auf der Treppe verausgaben wollen.

Keine Ahnung, ob die Leute alle nix zu tun haben, aber der ganze Vorplatz war voller Menschen, die einfach nur da waren und nix taten außer zu reden und den Kindern beim Dreiradfahren zuzugucken. Die beiden Holzköpfe sprachen von einer super entspannten und geselligen Atmosphäre, aber ich verstehe diese Menschen einfach nicht. Wenn ich mal Zeit habe und nicht durch die Weltgeschichte reisen muss, schmiede ich mit dem Stammbesatzung-Beutel Weltherrschaftspläne und verschwende meine Zeit nicht so sinnlos.

Auf dem Weg zurück zur Metro liefen wir an einem Fleischereigeschäft vorbei, das sich neben einem Ziegenstall befand, und Anika machte ein “Vorher-Nachher-Foto”, wie sie es nannte, und die beiden Idioten amüsierten sich über die Absurdität dieser Szenerie. Dann verstauten sie die Kamera mit ihrem scheiß großen Objektiv in mir und ich versuchte zu protestieren, weil die mich immer so fett aussehen lässt. Ich mache mich dann immer besonders unbequem und ziehe ein bisschen an ihren Schultern, aber die beiden sind zu blöd, das richtig zu interpretieren.

Wir fuhren schließlich wieder zurück ins Zentrum und liefen über den Boulevard am Kaspischen Meer. Auch hier waren so viele Leute unterwegs, die auch nix besseres zu tun hatten. Die beiden Holzköpfe mischten sich unter diese Leute und beobachteten die Flame Towers, die gebaut sind wie drei große Flammen und nachts auch so beleuchtet werden. Keine Ahnung, ob das wirklich so cool ist wie die beiden die ganze Zeit taten, denn sie trugen mich auf dem Rücken und ich musste in die andere Richtung schauen. Egoistische Penner!

Am nächsten Tag fuhren wir mit dem Funicular auf den Hügel der Stadt, auf dem sich die Regierungsgebäude, das Staatsfernsehen und ein Märtyrerfriedhof befanden. Ich hasste es dort. Es war so warm, dass die beiden mich auf dem Rücken komplett nass geschwitzt haben und damit auch nicht aufhören konnten. Menschen sind einfach widerlich.

Der helle Marmor, der auf der Aussichtsterrasse verbaut wurde, hat die beiden außerdem so geblendet, dass sie kaum die Augen auf bekamen. Wir fuhren dann relativ schnell wieder nach unten in die Stadt, auch weil es fast Mittag war und die Angestellten des Funiculars den Betrieb um diese Zeit für zwei Stunden einstellen. Faules Pack.

Wir begaben uns schließlich zu einer Wechselstube, weil die beiden immer noch nicht solvent genug schienen, um Geld an einem Automaten zu bekommen. Wir warteten eine Viertelstunde bis unsere Nummer aufgerufen wurde und die beiden tauschten genug Euros gegen Aserbaidschanische Manat, um bis zur Rückkehr nach Tiflis nicht zu verhungern. Als ob.

Unter chronischem Jammern und Stöhnen über die Hitze [Mal im Ernst, ich habe auch nicht gejammert, obwohl ihr mich den ganzen Tag vollgeschwitzt habt!] ging es weiter zum Teppichmuseum, das die Form eines Teppichs hatte, was die beiden Idioten dieser dreiköpfigen Reisegruppe amüsierte und den einzigen Nicht-Idioten unbeeindruckt lies. Mal ehrlich welche Form sollte denn so ein Teppichmuseum sonst haben?

Sie spazierten ein wenig am Wasser entlang und waren entsetzt darüber, dass das Kaspische Meer so stark verschmutzt war, das die Algen schwarz geworden sind und ein Ölfilm auf dem Wasser schwamm. Erst jetzt fiel ihnen auf, dass es hier auch keine Seevögel gab. Guten Morgen! Aus dem Kaspischen Meer wurden 2012 650 Millionen Tonnen Erdöl gefördert, es handelt sich um eines der wichtigsten Erdöl- und Erdgasfelder der Welt. Was glaubt ihr denn, was passiert, wenn man das Zeug aus der Erde holt? Dass das alles schön sauber und umweltschonend passiert? Wie naiv seid ihr denn?

Wenn der Beutel und ich erstmal die Weltherrschaft übernommen haben, ist aber Schluss mit der Umweltverschmutzung. Dann könnt ihr endlich mal so lange forschen, bis ihr einen Weg gefunden habt, euch umweltverträglich fortzubewegen, ihr kurzsichtigen Stümper!

Nachdem ich fertig war, mich mal wieder maßlos über die Menschheit aufzuregen, suchten wir uns ein Café auf dem Boulevard, denn hier gab es kostenloses WiFi, das wir benötigten, um Hansas erstes Saisonspiel gegen Cottbus gucken zu können. Die beiden Holzköpfe bestellten sich ein paar Getränke und rauchten eine Shisha, während Hansa mit 0:3 verlor.

Hinterher hatten wir alle schlechte Laune und liefen ein bisschen durch ein Kaufhaus und die Altstadt, wo sich die beiden noch für die Rückfahrt stärkten. Am Abend sollte unser Nachtzug zurück nach Tiflis gehen und es blieb nicht mehr genug Zeit, um noch irgendwas größeres zu unternehmen. Außerdem hatte auch niemand Lust dazu.

Nachdem wir die Brüder aus dem Abstellraum des Hotel geholt hatten, fuhren wir zum Bahnhof und verbrachten ein wenig Zeit in der klimatisierten Wartehalle, die die beiden Holzköpfe an einen Flughafen erinnerte und mich an eine moderne Wartehalle in einem Bahnhof. Meine Güte, dass die immer alles so romantisieren müssen.

Als der Zug bereit stand, bezogen wir unser Abteil und schlenderten ein letztes Mal über den Bahnsteig voller Passagiere und schreiender Händler, die ihre Waren loswerden wollten und in den beiden Holzköpfen auch Abnehmer für ein paar kühle Getränke fanden.

Zum ersten Mal reisten wir standesgemäß in der ersten Klasse in einem Zweier-Abteil mit Samtüberzügen auf den Sitzen und Rollos aus weinrotem Leder an den Fenstern. Es hing sich an diesem Haken in der holzvertäfelten Abteilwand viel bequemer als in der zweiten Klasse und auch die Holzköpfe schienen die gut gepolsterten Liegen zu mögen. Jedenfalls schliefen sie tief und fest bis die Wagonchefin sie in bester Lehrer-auf-Klassenfahrt-Manier am Morgen weckte und ihnen so lang auf die Nerven ging, bis sie viel zu früh aufgestanden waren und die Betten abgezogen hatten.

Die Dame legte großen Wert darauf, dass die Fahrgäste bei der Grenzkontrolle ausgeschlafen aussahen und sie selbst nicht zu viel Arbeit mit den Betten hatte. Anika beschwerte sich nach der Passkontrolle, dass der Grenzbeamte gesagt hatte, sie sähe ihrem Passbild ähnlich, aber ehrlich gesagt sollte sie sich geschmeichelt fühlen, denn eine Ähnlichkeit zu ihrem Passbild ist, so wie sie morgens aussieht, ein sehr großes und dreist gelogenes Kompliment.

Wir erreichten Tiflis wieder mit etwas Verspätung, was aber niemanden störte, denn unser Zug nach Yerewan sollte ja erst am Abend abfahren. Also lieferten wir die beiden Brüder in einer kleinen Baracke bei einem zwielichtigen Mann ohne Haare ab und gingen nochmal in die Stadt.

Jetzt bin ich fertig mit Baku und es reicht mir jetzt auch mit dem Scheiß hier. Die nächsten Berichte soll Anika gefälligst wieder alleine schreiben, ich muss an meinen Weltherrschaftsplänen arbeiten. Macht’s gut, ihr Schwachköpfe!

Zahlen und Fakten

  • Streckenverlauf: Tiflis – Baku – Tiflis
  • Länder: Georgien, Aserbaidschan
  • Kilometerstand: 6.510 km
  • Davon hier: 1.160 km

Verbindungen

  • 37 Tiflis Pass. (ab 27.7.2018, 20:35 Uhr) – Baku Pass. (an 28.7.2018, 11:00 Uhr) / 56 GEL = 20 Euro (2 Personen im Schlafwagen, 4er Abteil)
  • 38 Baku Pass. (ab 29.7.2018, 21:50 Uhr) – Tiflis Pass. (an 30.7.2018, 11:30 Uhr) / 90 AZN = 45 Euro (2 Personen im Schlafwagen, 2er Abteil)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.